Slushpool veröffentlicht mit Braiins OS eigene Open-Source-Software für Miner

Die vom tschechischen Slush-Pool herausgegebene Open-Source Software Braiins OS soll, so die Entwickler, den Minern die Kontrolle zurückgeben. Das mag etwas dick aufgetragen – bedeutet aber nicht, dass es keine großartige Nachricht ist.

Der älteste Mining-Pool der Welt, Slush, kommt aus Tschechien. Seit 2010 verbindet Slush Miner aus aller Welt, die gemeinsam nach einem gültigen Header für den nächsten Block suchen, indem sie SHA256-Rätsel lösen. Mit mehr als 10 Prozent der Bitcoin-Hashrate zählt Slush auch heute noch zu einem der wichtigsten Mining-Pools überhaupt.

Was bisher kaum jemand wusste, ist, dass der SlushPool seit 2013 von der Firma Braiins betrieben wird. Die Tochterfirma von Satoshi Labs entwickelt aus dem Hintergrund die Mining-Software des Pools und verwaltet diesen. Nun möchte Braiins die selbstentwickelte Software mit der Welt teilen. Das erste Projekt, dass die Firma öffentlich macht, ist Braiins OS – “das erste vollständig Open Source, Linux-basierte System für für Kryptowährungen gebaute Geräte.” Zunächst zielt Braiins OS auf Mining-Geräte, doch es ist geplant, die Software in verschiedene Richtungen zu erweitern.

Der Grund sei, dass User, die eine Hardware besitzen, auch die volle Kontrolle darüber haben sollten – ohne sich über “versteckte Features” sorgen zu müssen. Braiins spielt damit unverhohlen auf den AntBleed-Bug ab, mit dem es möglich war, die von Bitmain verkauften Antminer aus der Ferne anzuschalten. Darüber hinaus erlaubt Braiin OS, die Mining-Software vollständig anzupassen. “Während der Jahre, über die wir Slush Pool betreiben, sind wir über viele Fälle gestoßen, in denen sich Mining-Geräte nicht wie erwartet verhalten haben und damit unnötige Probleme verursacht haben.” Mit der eigenen, flexibleren Firmware begegnet Braiins dieser Schwierigkeit.

Derzeit ist Braiins OS noch im Alphastadium. Die Software funktioniert mit den Antminern S9 und den DragonMint-Minern T1. Weitere Modelle sind geplant, wie auch Verbesserungen der Performance.

Ein wenig erweckt die Ankündigung allerdings einen irreführenden Eindruck. Denn die von Bitmain herausgegebene Software für den Antminer ist ebenfalls Open Source; der AntBleed-Bug wurde nur entdeckt, weil jeder die Software prüfen kann. Ob nun Braiins OS oder Bitmain einen Fehler – oder eine Backdoor – in die Software schmuggelt, ist prozesstechnisch dasselbe: Man muss – und kann – den Code prüfen, um sicherzugehen. Als Slush auf Reddit darauf angesprochen wird, erwidert er, dass dies wahr sei, es aber nicht möglich gewesen sei, das “Feature” zu entfernen und die Software neu zu kompilieren, man habe stattdessen warten müssen, bis Bitmain einen neuen Release veröffentlicht hat. Mit Braiins OS sei dies hingegen möglich. Der Miner Jonathan Toomin widerspricht dem; er habe den AntBleed Bug durch eine Änderung in seiner Netzwerk-Konfigurationsdatei entfernen können. Dies dürfte aber der grundsätzlichen Aussage, dass man nur Braiins OS selbst kompilieren kan, keinen Abbruch tun.

Auch wenn es für die meisten Miner also nicht direkt kriegsentscheidend sein dürfte, ist es dennoch sehr zu begrüßen, dass es nun eine unabhängige, Open Source Mining-Software gibt. Je weniger Zentralisierung und Monopolisierung, desto besser.

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